Pressestimmen

«Weigner verlässt sich meist auf die Stärke des Stücks von 1922, auf die frivolen Unter(leibs)töne. Und auf den famosen Ausstatter Christian Robert Müller, der im 2. Akt eine Kehrtwende ganz ins Weiße vollzieht. Seine Kostüme sind eine Pracht, die Schneiderei hat ganze Arbeit geleistet. […] Köstlich gleich der hüstelnde Chor der Hofschranzen, auch etliche kleine Partien meistern die Choristen von Jens Olaf Buhrow vorzüglich. So wirkt Vladimir Marinov als blinder, in Strapsen herumtänzelnder Haushofmeister wie ein Sinnbild fürs politische Treiben im Palast. [...] Im Käfig voller Narren hat die Pompadour leichtes Spiel. Die Regie gönnt ihr manches originelle Originalzitat, und Katja Bördner spielt diese Überlegenheit gewitzt aus. [...] Ihr ‹popopo-pulärer König› (Oliver Weidinger) ist für die gröberen Pointen gut. Beide Sphären, die durchtriebene und die burleske, kulminieren im Hit Joseph, ach Joseph, was bist du so keusch, wenn die Pompadour Calicot zum Carmen-Motiv ins Himmelbett jagt. Bördner und [Thomas] Burger geben der Klamotte Zunder. […] Die Musik samt den anzüglichen Texten sorgt eh für Operettenleichtigkeit. Das Philharmonische Orchester unter Hartmut Brüsch gibt mancher sonst wenig beachteten Nummer besondere Eleganz.» (Sebastian Loskant, Nordsee-Zeitung, 01.02.2016)

"Gesanglich gestaltet [Katja Bördner] ihre Partie mit geschmeidigem Sopran ganz hervorragend, besonders ihre gefühlvolle Einlage. Ihre Zofe Belotte ist bei der quirligen Regine Sturm gut aufgehoben. Tobias Haaks sichert dem René mit virilem Tenor viel Profil und findet schnell zu kraftvollem Tenorschmelz. Thomas Burger singt und spielt den Calicot durchweg vergnüglich und übersteht auch die "gefährliche" Situation beim Duett "Josef, ach Josef, was bist du so keusch". Carolin Löffler kommt als Schwester der Pompadour mehr zum Sächseln als zum Singen. Oliver Weidinger (König) und Peter Wagner (Maurepas) sind die "Trottel vom Dienst" und sorgten für Scherze. Das Philharmonische Orchester Bremerhaven wird von Hartmut Brüsch geleitet, der die Finessen der Partitur gekonnt auffächert." (Wolfgang Denker, Weser-Kurier, 09.02.2016)

"Regisseur Ansgar Weigner und sein Ausstatter Christian Müller haben die Gefahr, eine peinliche Klamotte zu inszenieren, elegant umgangen – durch eine sehr zurückhaltende, fast cool gestaltete Bühne. […] Und so ist auch der zweite Teil, der am Hofe spielt, absolut stimmig: die üppigen Barockkleider mit Rüschen, gebauschten Röcken und gepuderten Perücken sind nämlich durchweg weiß vor grauem Hintergrund. […] «Madame Pompadour» in Bremerhaven – das ist eine gut durchdachte, augenzwinkernde Inszenierung: tolle Bühne und Kostüme, ein Orchester, das exakt und mitreißend spielt, und Akteure, die nicht nur klasse singen, sondern auch beeindruckend mit viel Witz und Esprit spielen. Das Publikum war begeistert – zu Recht." (Margit Ekholt, Radio Bremen, 01.02.2016)

"Puder und Perücke – dazu die schwarz-weiße Optik der Bühne mit ihrer besonderen Ästhetik. Ausstatter Christian Robert Müller hat da ganze Arbeit geleistet und viel fürs Auge gezaubert. Dazu sind hübsche Einfälle gelungen, wenn die Pompadour auf einer Schaukel über die Bühne schwebt oder wenn zu ihrer Einlage „Du mein Schönbrunn“ aus Falls «Die Kaiserin» Schneeflocken vom Himmel fallen. [... Weigner] sicherte seiner Protagonistin Katja Bördner viel Charme und Persönlichkeit. Bei Bördner war die Figur der Pompadour eine souveräne Drahtzieherin, die das Leben von der leichten Seite nimmt." (Wolfgang Denker, Kreiszeitung, 07.02.2016)

"Viel Freude hat dem Bremerhavener Publikum die neueste Premiere gebracht. Die von Leo Fall rasant komponierte Operette geriet dem Regieteam in jeder Beziehung und ließ den Wunsch nach mehr solcher Aufführungen aufkommen. Regisseur Ansgar Weigner punktete mit unzähligen Einfällen [...]. Die Kostümgestaltung und der Bühnenaufbau lagen in den liebevollen Händen von Christian Robert Müller, der ein gutes Gespür als Austattungsleieter bewies. [...] Stimmlich und schauspielerisch hervorragend war wieder einmal Katja Bördner in der Titelrolle. [...] Eine weitere Höchstleistung bringt mit sattem Tenor Tobias Haaks als Graf René d'Estrades, Carolin Löffler als seine Gattin Madeleine zeigt ebenfalls gute Leistung.  [...] Das Philharmonische Orchester Bremerhaven bot eine spritzige musikalische Wiedergabe unter Kapellmeister Hartmut Brüsch [...]." (Der neue Merker, Hermann Habitz, 02/2016)