«‹BRIDGE OVER TROUBLED WATER› – CLASSIC MEETS JAZZ 2.0»
Nach dem ersten Kammerkonzert «Classic meets Jazz» 2020 nur wenige Tage vor dem Corona-Lockdown treffen sich Musiker:innen des Philharmonischen Orchesters erneut mit den Jazzmusikern Jan-Hendrik Ehlers und Joachim Remus. Zwei Sichtweisen auf Musik, hier die eher klassisch-geordnete, dort die mehr aus dem Augenblick geschaffene, werden zu einem Konzerterlebnis zusammengeführt.
Die Stücke und deren Reihenfolge können sich noch ändern und werden gegebenenfalls angesagt.
Alexander Borodin (1833–1887)
Polowetzer Tänze aus der Oper «Fürst Igor»
Förmlich ein Ohrwurm des klassischen Repertoires, in Bremerhaven zuletzt im Neujahrskonzert 2025 in der Originalfassung gespielt.
«Wie eine Brücke über unruhigem Wasser werde ich mich legen.»Aus «Bridge over troubled Water» von Simon & Garfunkel
Robert Wright (1914–2005) / George Forrest (1915–1999)
Stranger in Paradise
Aus dem Musical Kismet – die Anleihen bei Borodin sind nicht zu überhören.
George Gershwin (1898–1937)
Bess, you is my Woman now (arr. Friederike von Wendorf)
Ein gegenseitiges Liebesbekenntnis aus der Oper Porgy and Bess.
Fats Waller (1904–1943)
Jitterburg Waltz (arr. Jan Hendrik Ehlers)
Einer der ersten Jazzstandards im ungeraden 3/4-Takt, und Johann Sebastian Bachs Inventionen spielen auch noch mit.
Billy Strayhorn (1915–1967)
Chelsea Bridge
Ein nachdenklich-impressionistischer Jazzklassiker von Duke Ellingtons Alter Ego, 1941 mit Ellingtons legendärem Orchester erstmals aufgenommen.
Marshall Fine (1956–2014)
Jazz Etude für 2 Violen (arr. für Viola und Klarinette)
Crossover passt als Begriff sehr gut zu den Etüden von Marshall Fine. Wunderbar lässig verbinden sie Jazziges mit hohem virtuosem Anspruch, ohne das Unterhaltende aus den Augen zu verlieren.
«Ich habe mich im Paradies verloren.»Aus Stranger in «Paradise» von Robert Wright & George Forrest
Krzysztof Zgraja (* 1950)
Flamenco-Studie
Ein virtuoser Stilmix des polnischen Jazzflötisten aus dem Jazz-Standard Bernies Tune von Bernie Miller und Johann Sebastian Bachs berühmter Toccata in d-Moll, arrangiert für Flöte solo.
John Dowland (1563–1625)
Flow my Tears
Am Übergang von der Spätrenaissance zum Frühbarock findet sich, ähnlich wie im Jazz, die Tradition, über festen Basslinien und Akkordschemata zu improvisieren. Eine der bekanntesten Kompositionen von Dowland ist die Pavane Flow my Tears, die die Melancholie des Elisabethanischen Zeitalters aufnimmt und fast tonmalerisch das Fließen der Tränen nachzeichnet.
Cy Coleman (1929–2004) / Carolyn Leigh (1926–1983)
The best is yet to come
Mit diesem Song verließ Frank Sinatra 1995 die Bühne, und seine Aufnahme von 1964 begründete dessen Popularität – begleitet wurde er damals vom Count Basie Orchestra unter der Leitung von Quincy Jones, Produzent unter anderem von Michael Jackson.
PAUSE
Cole Porter (1891–1964)
Night and Day
Der Song stammt aus dem Musical Gay Divorce aus den 30er-Jahren, unnachahmlich gesungen und getanzt von Ginger Rogers und Fred Astaire im gleichnamigen Film.
«Eine alte, hungrige Sehnsucht brennt in mir.»Aus «Night & Day» von Cole Porter
Miles Davis (1926–1991) / Bill Evans (1929–1980)
Flamenco Sketches
Die Ballade ist 1959 auf dem legendären Miles Davis-Album Kind of Blue erschienen. Übliche Tonarten- und Melodiemodelle wurden hier verlassen. Es entstand eine neue Klangwelt. Die Verwendung der Kirchentonart Phrygisch lässt Anklänge an den spanischen Flamenco aufkommen, der sich traditionell auch in dieser Tonart bewegt.
Richard Rodgers (1902–1979) / Lorenz Hart (1895–1943)
My funny Valentine
Ein weiterer Klassiker, der aus dem Broadway Musical Babes in Armes stammt, mit Diana Veiser als Sängerin und Jan-Hendrik Ehlers am Akkordeon. Der romantisch-verspielte Text auf einer unnach-ahmlich bittersüßen Melodielinie machen den Song zu einem der bekanntesten im Great American Songbook.
Joe Zawinul (1932–2007)
Mercy, Mercy, Mercy
Mit großem Talent gesegnet, machte der Wiener Josef Erich Zawinul eine Weltkarriere als begnadet groovender Keyboarder, u. a. mit Miles Davis, Dinah Washington, Maynard Ferguson und seiner Rock-Fusion-Gruppe Weather Report. Seine Soulnummer Mercy, Mercy, Mercy von 1966 wurde bekannt durch die Liveaufnahme mit dem Jazz-Saxophonisten Cannonball Adderley.
Paul Simon (* 1941) & Art Garfunkel (* 1941)
Bridge over troubled Water
Passend zum Motto «Brücken» der Konzertspielzeit mit dem berühmten Vers «Wie eine Brücke über unruhigem Wasser werde ich mich legen». Mit Inspirationen vom Afro-American Spiritual aus dem 17. Jahrhundert sowie von Johann Sebastian Bachs Choral O Haupt voll Blut und Wunden aus der Matthäus-Passion.
Hermann Keßler
Impressum
Philharmonisches Orchester Bremerhaven
Spielzeit 2025/2026
Redaktion: Markus Tatzig, Torben Selk
Satz: Nathalie Langmaack
