Thilo Grawe
Thilo (*1993 in Hamm Westf.) hat an der Universität Hildesheim studiert – und danach an verschiedenen Kinder- und Jugendtheatern in Deutschland gearbeitet. Seit der Spielzeit 2025/2026 ist als Dramaturg und Theaterpädagoge im Team vom Schauburg LAB in München tätig.
Thilo arbeitet gerne mit Versuchsanordnungen: mit Spielformaten, Improvisationsstrukturen und performativer Forschung auf der Bühne. Er nutzt populäre und spielerische Formen gerade als Möglichkeit, ernsthafte Fragen anders auf die Bühne zu bringen. Es geht nicht darum, dramatische Texte aufzuführen, sondern sich als Performer*in selbst einzubringen und Theater als eine Möglichkeit zu nutzen, um sich mit dem eigenen Körper, den eigenen Erfahrungen, Fragen und Perspektiven mit der Welt auseinanderzusetzen. Denn im Theater lässt sich ausprobieren, wie wir miteinander sein, denken und handeln wollen. Dabei müssen nicht unbedingt Antworten entstehen – aber spielerische Situationen, in denen Fragen gemeinsam gestellt, an- und weitergespielt werden können.
In Chronik der Weltuntergänge fragten sich junge Erwachsene auf der Bühne: Wie können wir mit „dem ganzen Scheiß da draußen“ umgehen? Mit You better work! gerieten systemrelevante Berufe in den Blick. Der Debattier:Club machte das Streiten selbst zum Gegenstand. Mit Queertopia.FM und Out&Loud entstanden Live-Podcasts, Performances und Audiowalks, die sich mit mit queeren Themen beschäftigt haben. In The Leftovers, LABflix oder Prom:Night träumen Jugendliche davon auch mal im Rampenlicht zu stehen, weniger allein oder eben endlich erwachsen zu sein. Bei Arbeiten wie Kinder haben Recht(e)!, Herzlich Willkommen in unserem Luftschloss oder Ab ins Bett! fordern Kinder Erwachsene heraus: sie laden zum gemeinsamen Spielen ein, versuchen deren Stress abzubauen oder bringen sie ins Bett, wenn die Erwachsenen wieder mal nicht schlafen können.
Titanic – Eisberg voraus ist seine erste Arbeit am JUB und nimmt das historische Ereignis und popkulturelle Phänomen zum Anlass sich mit Überforderung, Unsicherheit, Verlust und dem Wunsch nach Hoffnung auseinander zu setzen.

