De Witwenclub

Komödie von Ivan Menchell / Niederdeutsch von Hans Timmermann

PREMIERE 17. Januar 2026 // Kleines Haus

 

Vorstellungstermine

17.01.2026 um 19:30 Uhr AusverkauftPremiere
24.01.2026 um 19:30 Uhr Karten
01.02.2026 um 18:00 Uhr Karten
21.02.2026 um 19:30 Uhr Karten
22.02.2026 um 15:00 Uhr Karten
27.02.2026 um 19:30 Uhr Karten
28.02.2026 um 19:30 Uhr Karten
05.03.2026 um 19:30 Uhr Karten
07.03.2026 um 19:30 Uhr Karten
11.03.2026 um 19:30 Uhr Karten
20.03.2026 um 19:30 Uhr Karten
22.03.2026 um 15:00 Uhr KartenZum Letzen Mal

Es waren einmal drei Ehepaare, die hatten viel Spaß miteinander. Sie fuhren gemeinsam auf Kreuzfahrten, Hochzeiten und andere Feierlichkeiten. Dann gingen die Gatten – nach und nach – dahin. Zurück blieben drei tolle Frauen, die nun gar nicht einsehen wollten, dass das schon alles gewesen sein sollte. Luzie könnte schließlich immer noch jeden haben, Ida füllt das Plätzchenbacken für die Enkel auch nicht restlos aus, und Doris würde so schrecklich gern mal wieder Cha-Cha-Cha tanzen. Wie gut, dass es Theo gibt. Der herzensgute Witwer mischt das Trio ganz schön auf. Auch durch die liebenswerte Mildred ändert sich nichts daran. Am Ende kriegt ihn …? Aber das sehen Sie dann selbst …

Dar weern mal dree Ehepaaren, de veel Spaaß tosamen harrn. So sünd se gemeensam op Krüüzfahrten, to Hochtieden un anner Fierlichkeiten föhrt. Nah und nah sünd de Mannslüüd dood bleven. Torüch bleven dree wunnerbare Froonslüüd, de nu gar nich insehn wullen, dat dat nu allens ween schull. Luzie kunn opletzt jümmer noch jedeen Kerl hebben, för Ida langt dat Plätzchenbacken för de Enkel ok nich restlos ut un Doris wöör so gräsig geern mal wedder Cha Cha Cha danzen.
Wo goot, dat dat Theo geven deit. De hartensgoode Wittman bringt dat Trio heel düchtig dörnanner. Dor kann de leeve Mildred ok nix an ännern.
An' n End kriggt em...? Aver dat seht se den sülvst...
In De Witwenclub ward schimpt, weent, lacht, danzt un rümalbert. Mit den Utspruch: «Lachen mit een Truerrand» is dat anröhrend, nahdenklich, witzig un ünnerhollen Stück op den Punkt brocht.

INSZENIERUNG  Marne Ahrens
BÜHNE Clara Kaiser
KOSTÜME Katharina Steinmetz
LICHT Frauke Richter

 

IDA Sybille Horstmann
LUZIE Kerstin Wulf
DORIS Bettina Liebert
THEO André Buchholz
MILDRED Beate Hornsmann

 

INSPIZIENZ Hajo Scharps
SOUFFLAGE Regina Bührig

De Witwenclub

Komödie von Ivan Menchell

Inhalt

Die drei Witwen Ida, Luzie und Doris sind engste Freundinnen. Sie treffen sich regelmäßig zu einer Partie Canasta, plaudern bei einer Tasse Kaffee über den neuesten Klatsch und Tratsch und necken sich liebevoll. Neben der Freundschaft verbindet sie allerdings auch der Tod ihrer Ehemänner und somit einmal im Monat ein Friedhofsbesuch. Die Frage, wie man mit dem Tod des Partners umgeht, ist für sich genommen schon ein heikles Thema bei den Dreien, doch als der charmante Witwer Theo in ihr Leben tritt, bringt er das Trio ganz schön durcheinander. Mit ihm tauchen unangenehme Fragen auf: Darf man sich nach dem Tod des Partners neu verlieben? Wenn ja, wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Die Freundschaft droht auseinanderzureißen. Schaffen die drei es, ihre Differenzen zu akzeptieren? Was für Geheimnisse treten noch ans Licht?

Im Witwenclub wird geschimpft, geweint, gelacht, getanzt und herumgealbert. Mit dem Ausdruck: «Lachen mit een Truerrand» ist das anrührende, nachdenkliche, witzige und unterhaltsame Stück auf den Punkt gebracht.

Autor

Ivan Menchell wurde 1961 in New York geboren und entwickelte bereits in jungen Jahren eine enge Verbindung zur Theaterwelt. So begann er schon früh gemeinsam mit seinem Vater, Lou Menchell, Stücke zu schreiben und studierte nach dessen Tod an der renommierten Yale School of Drama. Ivan Menchell ist bekannt für seine Musicals Bonnie and Clyde: The Musical (2024), Death Note: The Musical (2017) und für den Film Urlaubsreif (2014) mit Adam Sandler und Drew Barrymore. Die Serie Jonas, bei der er als ausführender Produzent gearbeitet hat, wurde für einen Emmy nominiert. The Cemetery Club (Der Witwenclub) feierte 1989 in Yale Premiere und wurde 1990 vom Brooks Atkinson Theatre am Broadway übernommen. 
1993 erfolgte die Verfilmung der Komödie in Hollywood. Im selben Jahr fand in Wien die deutschsprachige Erstaufführung statt und seitdem erlebt das Stück in Deutschland und Österreich immer wieder neue Produktionen. 
Den Witwenclub hat Ivan Menchell seinem Vater gewidmet: «Zur Erinnerung an meinen Vater Lou, mit dem man herrlich lachen konnte.»

Umgang mit dem Tod einer geliebten Person

Der Tod einer geliebten Person stellt einen tiefgreifenden Verlust dar. Besonders der Tod des Partners reißt eine große Lücke in das Leben und den Alltag, da mit ihm alles Vertraute wegbricht. Umso wichtiger ist es, die Trauer zuzulassen und sie nicht zu unterdrücken. Trauer zu empfinden ist etwas Natürliches und Menschliches, für das keiner sich schämen sollte – ganz gleich wie stark und wie lange sie andauert. Jeder verarbeitet seine Gefühle auf eine eigene Art und Weise und braucht unterschiedlich viel Zeit dafür. 

Manch einer geht spazieren, treibt Sport, tanzt, betet, schreibt seine Gefühle auf oder geht zum Friedhof. Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen ist ebenfalls bedeutend, um über Gefühle zu sprechen, weiter in Gesellschaft zu sein und nicht zu vereinsamen. Therapeutische Unterstützung kann hilfreich sein, um wieder Halt im Leben zu finden und zu erkennen, dass man die Trauer nicht alleine bewältigen muss, doch besonders älteren Menschen scheint dies noch oft schwer zu fallen. Weiterhin kann ein strukturierter Alltag helfen, im Leben fortzuschreiten und nicht in Trauer zu versinken. 

Doch wie findet man einen neuen Alltag, wenn die Person fehlt, die immer an der eigenen Seite stand? Für viele ist der Partner ein Teil von sich selbst geworden und plötzlich stellt sich die Frage: Wer bin ich überhaupt ohne meinen Partner?

Allerdings kann diese Situation auch eine Chance auf einen Neuanfang sein. Man ist nicht mehr in erster Linie an den Partner gebunden und bekommt die Möglichkeit, sich auf die eigenen Bedürfnisse zu konzentrieren und sie wahrzunehmen. Doch dies zu erkennen dauert, denn natürlich springt man nach dem Tod einer Person, die man liebt, nicht direkt wieder ins gewohnte Leben.

Wie geht man neue Wege, ohne Schuld zu empfinden? Muss man sich schlecht fühlen, wenn man früh wieder lachen kann? Auch Ida erzählt von diesem Gefühl: «Und ich gebe es zu – irgendetwas in mir hat immer noch ein schlechtes Gewissen, weil ich mich so gut gefühlt habe.» Monate lang erscheinen Lachen und Fröhlich-keit unangebracht. Aber wäre es nicht genau das, was auch die verstorbene Person sich für einen wünschen würde? Dass man weiter glücklich sein kann?

Wie schafft man es also, gleichzeitig zu trauern und glücklich zu sein? Kann man sich erneut verlieben und dennoch den verstorbenen Partner im Herzen behalten? Betrügt man die Erinnerung an ihn, wenn man einen neuen Weg geht?

All diese Fragen lassen sich nicht objektiv beantworten. De Witwenclub greift sie aber charmant auf und erzählt, aus den verschiedenen Perspektiven der Figuren, wie ein Neubeginn aussehen kann und dass man die Leere, die nach einem Tod entsteht, durchaus erfüllend z.B. mit Freundschaft und gemeinsamen Aktivitäten gestalten kann.

Melia Holl

«Also, op uns Mannslüüd, eendoont woneem se nu mal sünd.»
Ida in «De Witwenclub»

Interview

Clara Kaiser ist freie Bühnen- und Kostümbildnerin und übernimmt bei dieser Produktion die Gestaltung der Bühne. 

Woher schöpfst du deine Inspiration für deine Bühnenbilder?
Ich lasse mich immer zuerst vom Text inspirieren und versuche, wirklich in das Stück einzutauchen. Beim Lesen entstehen automatisch Bilder und Atmosphären in meinem Kopf. Zusätzlich sammle ich viele visuelle Eindrücke – Fotos, Kunstwerke, Räume, Stimmungen. Für dieses Stück war ich sogar auf mehreren Friedhöfen unterwegs und habe dort Menschen beobachtet.
Letztlich kann ich aber nur von meinen eigenen Empfindungen und Vorstellungen ausgehen. Deshalb gehe ich an den Prozess eher emotional als analytisch heran. Vieles entwickelt sich aus einem Gefühl heraus, weniger aus einer rein rationalen Überlegung.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit dem restlichen Regieteam aus?
Dieses Mal ist unsere Zusammenarbeit tatsächlich etwas sporadischer. Aber Marne, der Regisseur, und ich kennen uns gut; wir haben schon viele gemeinsame Projekte gestemmt. Er weiß, dass ich rechtzeitig liefere, und ich weiß, dass er versteht, was ich erzählen möchte.

Was hast du dir bei der Gestaltung der Bühne überlegt?
Für dieses Stück wollte ich in eine Zwischenwelt eintauchen – einen Raum, der für mich etwas Jenseitiges hat und gleichzeitig das Hier und Jetzt der zurückgebliebenen Witwen spürbar macht.
Die sehr alten, monumentalen Bäume stehen für diese Gleich-zeitigkeit aus Vergangenheit, Gegenwart und Erinnerung. Das Video, welches bewegende Bäume zeigt, erweckt hoffentlich den Eindruck von ihrer Weisheit und ihrem Alter. Sie atmen. Sie haben viel gesehen. Viele sind schon unter ihnen gewandelt.
Die Schleier, die sich durch die Bühne ziehen, stehen für verschiedene Schichten – Zeit, Erinnerung, Verschleierung, Flüchtigkeit: Dinge, die anwesend sind, aber nicht vollständig greifbar.
Und dann ist da noch dieses Fenster. Es verbirgt und zeigt zugleich einen Ausschnitt der Welt – wie ein Blick nach innen und außen gleichzeitig.

Welche Vision hattest du im Kopf?
Ich wollte einen Raum erschaffen, der nicht eindeutig ist. Einen Ort, der sich wie ein Übergang anfühlt – ein bisschen magisch, ein bisschen melancholisch und trotzdem nah an den Figuren. Die Bühne sollte die innere Welt der Frauen widerspiegeln, nicht nur ihre äußere Situation.
Gleichzeitig muss sie natürlich auch ganz praktische Aufgaben erfüllen, denn wir befinden uns abwechselnd auf dem Friedhof und dann wieder im Wohnzimmer. Diese Dualität war eine schöne Herausforderung.

Welche Rolle spielt die Beleuchtung für dein Bühnenbild?
Eine sehr große! Gerade weil das Bühnenbild stark mit Video arbeitet wird die Beleuchtung eine echte Herausforderung. Licht kann die Schleier und Schichten öffnen oder verdichten; es bestimmt, wie tief der Raum wirkt und wie sich das Bild verändert. Es kann aber auch die Videoprojektion zum Verschwinden bringen. 
Da die Bühne insgesamt sehr klein ist, muss das Licht extrem präzise gesetzt werden, damit die Wirkung erhalten bleibt und die Elemente nicht «erschlagen» werden.

Was sind deiner Meinung nach die Besonderheiten dieses Bühnenbildes?
Ich glaube, es erzählt trotz seiner Einfachheit mehrere Ebenen. Es ist kein naturalistischer Raum, sondern ein atmender, fast poetischer. Die Kombination aus alten Bäumen, transparenten Schichten und bewegtem Video schafft etwas, das sich ständig verändern kann – je nachdem, wie Licht, Bewegung und Spiel zusammenkommen.
Es ist ein Raum, der mit den Figuren mitgeht und sich mit ihnen weiterentwickelt.

Das Interview führte Melia Holl.

Impressum

HERAUSGEBER Stadttheater Bremerhaven
SPIELZEIT 2025/2026, Nr. 14
INTENDANT Lars Tietje
VERWALTUNGSDIREKTORIN Franziska Grevesmühl-von Marcard
REDAKTION Justine Wiechmann
SATZ Nathalie Langmaack 

QUELLEN
https://www.imdb.com/de/name/nm0578771/ 
https://www.mtishows.com/people/ivan-menchell 
https://en.wikipedia.org/wiki/Primetime_Emmy_Award_for_Outstanding_Children%27s_Program#2010s

Die Texte «Inhalt», «Autor» und «Umgang mit dem Tod einer geliebten Person» sind Originalbeiträge von Melia Holl für diesen Programmflyer. Die Texte wurden zum Teil redaktionell gekürzt oder bearbeitet.

Urheber:innen, die nicht erreicht werden konnten, werden zwecks nachträglicher Rechtsabgeltung um Nachricht gebeten.

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